
Vortrag über Maßnahmen zur Vermeidung von Vogelschlägen am Flugplatz Finkenwerder
Am 10.02.2009 trafen sich trotz sehr schlechten Wetters etwa 45 Mitglieder turnusmäßig, um am angekündigten Vortrag „Maßnahmen zur Vermeidung von Vogelschlag am Flugplatz Finkenwerder“ teilzunehmen. Zwei Vertreter des Airbus-Werkes Finkenwerder, Herr Reick und Herr Nowak als Jäger sagten zu, über dieses aktuelle Thema den Flugplatz Finkenwerder betreffend zu referieren.
Erstaunt hat nicht nur die Vielfalt der Vogelwelt, sondern auch das Vorhandensein anderer Tierarten. Man könnte beim Flugplatz Finkenwerder geradezu von einem Biotop reden. Herr Nowak, in seiner weiteren Funktion als Jäger bei Airbus, zeigte anhand von projizierten Bildern und Diagrammen nicht nur den Artenreichtum der am Platz vorkommenden Vögel, sondern auch anderer Tiere, wie z.B. Kaninchen, Hasen, Fuchs usw. und erklärte begleitend dazu die umfangreichen Maßnahmen zur Vergrämung der Tiere. Das Verhalten einiger Tiere auf diese Maßnahmen ließ die Zuhörer dann doch schmunzeln. Es wurde jedem Anwesenden deutlich, welch enormer Aufwand seitens des Unternehmens zur Feststellung der unterschiedlichsten Tierarten betrieben wird. Für die Erfassung bestimmter Vogelarten, z.B. „durchreisende“ Vogelschwärme, liefern auch fremde Institutionen ihre Beobachtungen von Vogelzügen an Herrn Nowak und seine Mitarbeiter. Ziemlich akribisch werden diese Meldungen und eigene Beobachtungen in den Diagrammen erfasst, mit denen sichtbar wird, in welchen Monaten mit welchen Vogelarten zu rechnen ist.
Dieser Aufwand ist Voraussetzung für eine weitestgehend erfolgreiche Abwehr des Vogelschlags, um Mensch und Material zu schützen.
Als weitere interessante Vorgehensweise zur Vogelvergrämung wird darauf geachtet, dass keine von Vögeln bevorzugte Früchte tragenden Gehölze dort wachsen. Eine jetzt noch vorhandene kleine Sumpffläche wird kontinuierlich trockengelegt, um entsprechende Vogelarten fernzuhalten. Eventuelle Tierkadaver auf der Landebahn oder sonst wo auf dem Gelände gemeldete müssen sofort entfernt werden.
Eine besondere Vorgehensweise ist, dass unterschieden wird in zu vertreibende Vögel und nützliche Tiere, letztere zur Bejagung der zur Gefahr werdenden Vögel bei Starts und Landungen. Da sind nützlich die Bussarde, Turmfalken und vermutlich ein sich auf dem Werksgelände lebender Fuchs. Sie z.B. lösen das Problem der Bejagung von Kaninchen und Hasen und deren Nachwuchs als Nahrung für sich. Es ist ja nicht so, dass der Werksjäger jederzeit selbst zum Gewehr greifen darf, er hat etliche Bestimmungen im Jagdrecht zu beachten. Seiner Aufgabe als Jäger kommt auch die Tatsache zugute, dass gewisse Vogelarten bei Wahrnehmung eines Bussards versuchen, sich in Sicherheit zu bringen. Allerdings ist auch hier zu beobachten, das Krähen auch bei Wahrnehmung bekannter Maßnahmen durch Mitarbeiter des Bodenpersonals gerade einmal einige Meter weiterhüpfen.
Den Tauben den Garaus zu machen, setzt einige Fantasie voraus, um deren zum Teil schlichte Nestbauweise im Hallendachbereich zu verhindern (Hallenhöhe!). Ansonsten wird mit Schreckschüssen der Gefahr von Vogelschlag unmittelbar vor Start und Landung eines Flugzeugs begegnet. Dazu gehören auch die Möwen, deren Angewohnheit ist, immer wieder den vermutlich warmen Landebahnbelag zum Ausruhen aufzusuchen.
Vogelarten und Kleintiere, die sich gern im hohen Gras verstecken, begegnet man mit kurz gemähten Grasflächen.
Herr Nowak hat es verstanden, dieses umfangreiche Thema humorvoll und interessant vorzutragen. Herr Nowak und Herr Reick haben im Anschluss Fragen der Anwesenden beantwortet.
Marlis Krogull