Schülerfilm über den Besuch einer Schule
in Tansania

Die Vorführung eines „ Schülerfilms über den Besuch einer Schule in Tansania“ stand auf dem Programm des Bürgervereins am 10. März 2009. Isabelle Ehlert, eine Schülerin aus der 13.Klasse des Lise-Meitner-Gymnasiums in Hamburg-Osdorf hatte den einstündigen Film über den Besuch einer Schule in der Nähe von Moshi in Sichtweite des Kilimandscharo gedreht.

Als Einleitung zum Film berichtete Isabelle Ehlert über die Vorbereitungen zu der Reise im Rahmen des Schulprojektes „ Tansania AG“ an ihrem Gymnasium. Tansania war von den Schülern bei der Gründung der AG vor ca. 20 Jahren als Partnerschafts-Wunschland ausgewählt worden, weil es eines der ärmsten Länder Afrikas ist, und man dort helfen wollte. So haben die Schüler unter Anleitung ihres Lehrers sich nicht nur theoretisch mit den Verhältnissen, die sie in Tansania erwarteten, befasst, sondern sie haben mit vielfältigen Aktionen Geld gesammelt, mit dem sie  „ihre Schule“ in Tansania vor Ort unterstützen wollten.

In dem anschließenden Film, der sich überwiegend mit dem Leben der Menschen am Standort der Schule beschäftigte, beeindruckte die Fröhlichkeit und Freundlichkeit, mit denen die Gäste aus Hamburg empfangen und während ihres Aufenthaltes betreut wurden. Dabei waren die Lebensbedingungen von großer Einfachheit und materiellem Mangel geprägt. Die Schulgebäude mit den zugehörigen Wohnräumen  für die Schüler und Lehrer an dieser Schule, die auf ein Universitätsstudium vorbereitet, waren sehr schlicht und sind zum großen Teil aus Spenden finanziert worden.

Für den Besuch der Schule müssen die Eltern für jedes Kind ein Schulgeld von 
12 € im Jahr bezahlen. Dieser Betrag klingt zunächst nicht sehr hoch, doch betrachtet man das Einkommen der Menschen dort, so wird klar, warum der Besuch einer Secondary-School in Tansania wahrer Luxus ist. Ein Lehrer an dieser Schule bezieht ein Monatsgehalt von 80 Euro.

Ein starker Glaube hilft den Menschen über die Armut hinweg und gibt ihnen die Kraft zu Zufriedenheit und herzlicher Gastfreundschaft. Einprägsam war auch die Predigt eines Pastors in der Landessprache, die von den Besuchern aus Hamburg zwar nicht verstanden wurde, die aber durch Gestik und Betonung auf den Inhalt der Predigt schließen ließ, und die von den Einheimischen aufmerksam aufgenommen wurde.

Mit den Spendengeldern der Tansania AG beschafften die Gäste aus Hamburg  aus einer Buchhandlung der nächstgelegenen Stadt weit mehr als 1.000 Schulbücher im Wert von 5 Mio. Ts$  (2.000 €) , da sich sonst immer mehrere Schüler ein Buch teilen müssen.

Nach drei Wochen gemeinschaftlichem, herzlichem Zusammenlebens fiel der Abschied schwer, und einige afrikanische Schülerinnen äußerten den Wunsch, einmal ihre neuen „Schulfreunde“ in Hamburg besuchen zu können, wobei  die Eltern der Hamburger Schüler und Schülerinnen den Besuch überwiegend zu  finanzieren hätten. „Es stand von Anfang an fest, dass ein Gegenbesuch stattfinden würde, aber wir haben uns die Schüler ausgesucht, die zu uns kommen sollten“, so Isabelle Ehlert.

Nach der Filmvorführung schilderte Isabelle Ehlert, welche Eindrücke der Besuch in Hamburg bei ihrer neuen „Schulfreundin“ aus Afrika hinterlassen hat, und dass ein zweiter Besuch in Hamburg für dieses Jahr vorgesehen ist. Abschließend beantwortete sie Fragen der  Mitglieder des Bürgervereins.

Mit einer spontanen Sammlung eines stattlichen Betrages für die Tansania AG zur Unterstützung der Schule in Tansania bedankten sich die anwesenden Gäste bei der Schülerin Isabelle Ehlert für die interessante Veranstaltung und den informativen Vortrag.