
Besuch der Firma
„Hermann Winkel Blechverpackungen“
in Hamburg-Eidelstedt am 19. August 2009
Wenn einige unserer Mitglieder gedacht haben, „Blechfabrik, was ist daran interessant?“, dann erfuhren wir bei dieser Gelegenheit durchaus Interessantes zu diesem Thema. Was uns Herr Winkel über sein Familienunternehmen bei Kaffee und Kuchen erzählt und später in den Fabrikationshallen gezeigt und vorgeführt hat, war schon sehr eindrucksvoll. Das hat uns alle überrascht.
Also, wir besichtigten ein inzwischen 100-jähriges Familienunternehmen. Herr Winkel und sein Bruder leiten die Fabrik, die Blech- wie auch Kunststoffformen nach Kundenwünschen produziert. 40 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind damit beschäftigt, nicht nur „kleine“ Mengen der weniger als einen Millimeter starken Bleche an den robusten Krupp-Maschinen zum Endprodukt per Knopfdruck herzustellen, sondern es gibt auch Aufträge in millionenfacher Höhe. Z.B. haben namhafte Ölfirmen Kanister in verschiedenen Größen bei der Firma Winkel bestellt. Hat sich jemand schon einmal Gedanken gemacht, warum Blechkanister konisch fabriziert werden? Ich jedenfalls nicht. Ganz einfach: Damit man sie turmhoch stapeln kann und sie immer noch nicht umkippen.
Ein Blick in die Vergangenheit ist ebenfalls erwähnenswert: Nach dem 2. Weltkrieg, so Ende der vierziger, Anfang der fünfziger Jahre, als es sich für die Hausfrauen wieder lohnte einzukochen, bot die Firma Winkel für ein geringes Geld an, die bei ihr gekauften Dosen gefüllt zurückzunehmen, sie
maschinell mit einem Deckel zu schließen und auch einzukochen, um die Haltbarkeit des Inhalts zu gewährleisten. Dieses Angebot wurde gern angenommen.
Überhaupt staunten wir über die vielfältigen, machbaren Formgebungen. Wer kennt nicht die halbovalen Dosen, in denen von der Fleischindustrie Hinterschinken konserviert wird. Wegen der natürlichen Form des Muskelfleisches entwarf der Großvater der jetzigen Eigentümer 1908 diese bis heute typische Form, die von vielen Firmen nachgemacht wurde. Die dänische Firma „Tulip“ verwendet diese Dosenform noch heute.Das ist ein Beispiel von vielen, das zeigt, mit welchen unterschiedlichen Formen die Maschinen eingesetzt werden können.
Das gilt auch für die Kunststoffprodukte. In einer anderen Halle konnten wir uns überzeugen, wie nach Kundenwünschen unterschiedlichste Formen hergestellt und mit Farbpellets wunschgemäß eingefärbt werden können. Da hier die Maschinen mit hoher Hitze die Formen pressen, produzieren sie hinter Glas. Es war schon zum Schmunzeln, wie der flüssige Kunststoff erst als überdimensionierte Zahnpastatube herausblubbte, um im Ergebnis ein Kanister zu werden. Jedes einzelne Produkt wird wie auch die Blechprodukte am Ende auf seine Dichtigkeit geprüft.
Im Anschluss an die Vorführung konnten wir in der netten hauseigenen Kantine für geringes Geld ein schmackhaftes Essen zu uns nehmen. Ich glaube, dass es allen gut geschmeckt hat. Wir verabschiedeten uns von Herrn Winkel und seinen Helferinnen und bedankten uns für die Zeit, die er sich mit uns genommen hat.
Nun wurde abgestimmt, ob wir den Dahliengarten in Bahrenfeld sehen oder die Fahrt zum Arboretum in Ellerhoop zur Lotusblüte machen möchten. Es war sehr warm, so dass wohl doch einigen die Fahrt nach Ellerhoop zu anstrengend schien.
Der überwältigende Eindruck der Menge der Dahlien hat sicherlich alle überzeugt, dass sich dieser Abstecher gelohnt hat. Der Dahliengarten ist etwa 1½ ha groß. Er ist Europas ältester noch bestehender Dahliengarten seit 1920! Es sollen mit 628 Sorten mehr als 14.200 Dahlien, darunter viele Raritäten, gepflanzt sein bei dem Anblick: Man kann es sogar glauben.
Ich wiederhole mich, wenn ich auch hier von der Mannigfaltigkeit der Formen und Farben schreibe. Man kann nur staunen, welch wunderschöne Blüten die Züchtungen hervorgebracht haben. Die Farben reichen von fast schwarz über dunkelviolett, pink, gelb, lachs, rot in allen Farbnuancen bis weiß, zweifarbig in einer Blüte, und das alles noch in allen Wuchshöhen. Selbst grüne Dahlienblüten gab’s zu sehen, wobei, wie ich finde, Dahlien schon ausreichend grünes Blattwerk haben. Aber es veranschaulicht die Züchtungsmöglichkeiten.
Angenehm war, dass es genügend Bänke und bequeme Stühle zum Verweilen gab, um in Ruhe die Blumenpracht um sich herum zu genießen. Einige fotografierten die Pracht - sofern der moderne Fotoapparat genug Kapazität hatte. Die Stimmung war gut und ungezwungen, immer wieder machte man sich gegenseitig auf eine Besonderheit aufmerksam.
Bevor es dann am späten Nachmittag nach Hause ging, kehrten wir noch in ein nahe liegendes Café zu Kaffee, Tee und Kuchen ein ein schöner Abschluss.
Marlis Krogull